Ich heiße Erik Lorenscheit. Ich bin 38, geboren in Berlin, und ich schreibe diesen Post in Port Louis, Mauritius, an einem Esstisch, den ich heute morgen auf Facebook Marketplace gekauft habe. Neben mir sitzt mein Sohn Kosmo, sechs Jahre alt, und schaut konzentriert auf meinen Bildschirm, weil er glaubt, dass wir gleich zusammen Minecraft spielen. (Tun wir.)

Unser zweites Kind, Thia, ist ein paar Monate alt und liegt gerade im Korb neben der Küche. Meine Frau Isabell ist unten bei der Vermieterin und verhandelt auf Französisch um eine bessere Internet‑Verbindung. Wir sind seit ungefähr einem Monat hier.

Das ist der Ausgangspunkt. Alles andere, was ich die nächsten 30 Tage hier schreibe, hängt daran.

Wie wir hergekommen sind

Ich war Geschäftsführer einer kleinen UG in Berlin. Kletterling — ein Outdoor‑Startup, das ich mitgegründet habe, mit dem ich mehr Jahre zugebracht habe als mit jeder anderen Beschäftigung in meinem Leben. Das Unternehmen existiert noch. Ich nicht mehr darin. Das ist eine separate Geschichte.

Davor: Master International Business an der HTW Berlin. Nicht abgeschlossen. Das ist übrigens das, was an Bios am ehrlichsten klingt, wenn man es dazuschreibt. Ich bin kein akademischer Abschluss‑Sammler. Ich bin jemand, der Dinge anfängt und prüft, ob sie das Weitermachen wert sind.

Der Weg nach Mauritius: ein langer Lufthansa‑Flug mit einem Sechsjährigen, einem Baby, Isabell, und einem iBot 3000 — das ist der Batterie‑Rollstuhl meiner Frau — den wir wegen europäischer Akkuregeln bis zur letzten Minute durchverhandelt haben. Ohne den Rollstuhl geht sie mit Gehstock. Mit ihm geht die Welt.

Der iBot kam an. Der Rest ist Details.

Warum Mauritius

Ich höre die Frage in jedem ersten Gespräch: Warum Mauritius? Warum nicht Dubai, warum nicht Lissabon, warum nicht Miami?

Die ehrliche Antwort: Wir wollten einen Ort, an dem das Leben nicht schon vorgeschrieben ist. Dubai ist vorgeschrieben — du bist Unternehmer, du bist dort, du fährst SUV, du netzwerkst in Lounges. Lissabon ist vorgeschrieben — du bist Digital Nomad, du lebst in Cascais, du sprichst nicht Portugiesisch. Miami kommt noch — wir arbeiten am E‑1 Visum. Aber zwischen dem alten und dem nächsten Leben brauchte ich einen Ort, der nicht nach Identität klingt.

Mauritius ist das. Eine Insel, auf der drei Sprachen gesprochen werden, auf der niemand von mir erwartet, eine bestimmte Rolle zu spielen. Ich kann hier Vater sein. Ich kann hier schreiben. Ich kann hier meine Agenten nachts weiterlaufen lassen. Das reicht für jetzt.

Was ich hier tue

Ich baue Agenten. Das ist zu 70% meine Arbeit. Agenten für mich selbst (einen News‑Parser, einen Trade‑Ideengeber, einen Content‑Publisher), und Agenten für Kunden (einen Coach‑Bot auf Telegram, einen Deal‑Assistenten für ein Mittelstandsunternehmen). Ich nutze dafür einen Multi‑Model KI‑Stack — Claude Code, OpenAI, GLM, Minimax — und einen Agent‑Orchestrator, den ich Jarvis genannt habe, weil ich mir dieses Witzchen nicht verkneifen konnte.

Ich schreibe. Auf LinkedIn, und jetzt auch hier. Ich habe im Februar 2026 entschieden, dass ich das ernst meine. 30 Tage Plan. Sechs Content‑Pillars (Auswandern, Mauritius, Trading, Geopolitik, Agenten, Coding). Kompromisslose Ehrlichkeit. Kein Motivations‑Kram, kein Ratgeber‑Ton. Nur das, was ich gerade wirklich denke.

Ich trade. Nicht als Hauptgeschäft — aber als Schule in Demut. BTC long, kleiner Öl‑Hedge, Agent‑Infrastruktur‑Basket (CRWD, PLTR, NVDA), USD‑Cash‑Buffer für das E‑1 Visum. Ich veröffentliche manche meiner Thesen an die Abonnenten von Lorenscheit Intelligence, meinem Signal‑Service. Das ist agent‑gestützt, Geopolitik‑Nische, und es ist das am ehrlichsten ausgewertete Portfolio, das ich je geführt habe.

Und ich bin Vater. Das ist zu 100% meine Arbeit. Die anderen 70% sind dazu nur parallel.

Was hier in den nächsten 30 Tagen passiert

Ich schreibe jeden zweiten Tag einen Post. Nicht immer lang. Nicht immer gut. Aber immer ehrlich. Themen, die kommen:

Wenn dich das interessiert, bleib dabei. Wenn nicht, auch okay. Ich schreibe das hier primär, um mir selbst zuzuhören, und sekundär für die Leute, die an ähnlichen Weggabelungen stehen.


Du findest mich auf LinkedIn, oder per Mail an erik@lorenscheit.com. Ich antworte. Nicht immer am selben Tag — aber nie automatisiert. Das ist einer der wenigen Dinge, die ich meinen Agenten nicht überlasse.